Fast alle Mädchen und Frauen träumen von ihrer Traumhochzeit in Weiß – dabei spielt Spitze als zart fließender Stoff eine große Rolle. Denn schließlich gibt es kaum ein anderes Textil, das so fein gemustert ist wie Spitzenstoff. Aber das zarte Gewebe eignet sich nicht nur für romantische Hochzeitskleider. Mithilfe des feinen Materials können ganz unterschiedliche Looks entstehen – sommerlich modern, verführerisch sinnlich oder klassisch festlich.
Vielfalt an Spitzenstoffen
Dabei ist Spitze nicht gleich Spitze – durch die lange Tradition der handgearbeiteten Techniken sind verschiedene Arten entstanden. Grundlegend wird zwischen Klöppel-, Häkel- und Nadelspitze unterschieden. Bei der Klöppelspitze werden die Garne ineinander verdreht, sprich geklöppelt. Die Muster entstehen dabei durch die Nägel, um die die Fäden gewickelt werden. Bei der Nadelspitze wird das Muster aufgezeichnet und die Fäden entlang der Linien gespannt. Diese werden im Anschluss umstickt. Wie der Name schon sagt, wird bei der Häkelspitze das Muster gehäkelt.
Alle Spitzenstoffe haben die Gemeinsamkeit, dass der Grundstoff oder das -gerüst auf unterschiedliche Weise durchbrochen ist und dadurch eine Musterung bildet. In der nachfolgenden Tabelle sind die gängigsten Varianten aufgelistet, die in der Bekleidungsindustrie verarbeitet werden:
Spitzenart | Herstellung |
---|---|
Tüllspitze | Auf Tüllstoff werden maschinell Stickereien angebracht. |
Weißstickerei | Auf weißem Leinen- oder Baumwollstoff werden Löcher eingebohrt, ausgeschnitten oder durch das Ausziehen von Fäden gebildet. Anschließend werden die Kanten mit weißem Garn umstickt. |
Lochspitze | In Batist werden mit einer Ahle Löcher eingebohrt, die dann mit Garn umstickt werden. Die Technik ist eine Unterart der Weißstickerei. |
Luftspitze oder Ätzspitze | Der Grundstoff wird maschinell bestickt, die Zwischenräume werden im Anschluss mit Säure entfernt. |
Spitze vernähen
Beim Zuschnitt solltet Ihr auf den Musterverlauf achten, wenn das Gewebe eine Richtung aufweist. Markierungen aus Kreide und Knipse sind teilweise nur schwer auf dem luftigen Stoff anzubringen, da helfen entweder feine Stecknadeln oder Nähgarn in Kontrastfarbe, das als Heftnaht eingearbeitet wird. Beim Nähen unbedingt eine feine Nähnadel mit einer Stärke von 60–80 Nm verwenden und eine kurze Stichlänge von etwa 2 mm einstellen, um nicht durch die Löcher ins Leere zu steppen. Außerdem muss, je nach Dehnbarkeit des Stoffs, im elastischen Stich genäht werden. Beim Bügeln immer nur von links arbeiten und je nach Rohmaterial, wie etwa Seide, Kunstfaser oder Baumwolle, die passende Temperatur einstellen. Bei sehr feinen Spitzenstoffen empfiehlt es sich französische Nähte, auch Rechts-Links-Naht genannt, zu arbeiten. Mit dieser Technik werden die Schnittteile genäht und die Nahtzugaben gleichzeitig eingefasst. Dabei sieht die Naht auch bei durchscheinenden Textilien sauber gearbeitet aus. Die Nähanleitung zur französischen Naht könnt Ihr hier nachlesen. An auffälligen Stellen, wie etwa am Halsausschnitt, ist es ratsam, den Stoff mit der Hand zu nähen, um so jedes Detail perfekt zu verarbeiten.
In der Simply Nähen 06/2016 findet Ihr eine Nähanleitung des eleganten Etuikleids von Inge Szoltysik-Sparrer, Jurorin der bekannten Nähshow “Geschickt eingefädelt”. Oder wie wäre es etwa mit dem raffinierten Top aus der Simply Kreativ Nähmode-Special Selbst genäht! 01/17, das sowohl aus Spitzenstoff als auch aus Wildlederimitat genäht wird?
Habt Ihr schon einmal mit Spitze genäht? Teilt Eure Erfahrungen gerne mit uns in den Kommentaren.
Bilder: shutterstock
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Also, ich gehöre sicher nicht zu den Mädchen oder Frauen, die von einer Hochzeit in welcher Farbe auch immer träumen. 😉 Trotzdem mag ich Spitze sehr gerne, als eleganten Stoff “für gut”, aber eigentlich noch mehr für einen schicken, selbstverwöhnenden Look im Alltag, als Detail in Tops oder als Hauptmaterial. Ich habe neulich aus einem etwas festeren Baumwollmisch-Spitzenstoff ein Sommertop mit Schößchen gemacht, übrigens angelehnt an den Grundschnitt der Bluse in Simply Nähen 1/17 und mit halben Tellerrock. Mir gefällt’s.